Geschichte & Richtigstellung

Der größte Teil des Wissens über die Kundalini kommt aus Asien, besonders aus Indien. Wir lernen in der Schule leider nichts, oder nur wenig von der Geschichte, Kultur und der Spiritualität dieses Landes. Es gibt sehr viel Literatur und viele klassische Schriften wie etwa die Veden, die Upanishaden, die Lehren von Markandeya, Tukaram, Vasistha oder Jnanadeva, welche Quellen großer Weisheiten sind. 

Alle heiligen Schriften und Meister beschreiben die Kundalini als die heiligste, mächtigste und subtilste Kraft des Universums, die unter gewissen Voraussetzungen den Menschen zugänglich ist.

Die Kundalini ist keine Entdeckung unserer Zeit, sie war immer schon bei den Weisen und Heiligen bekannt. Aus den alten Schriften wissen wir auch, dass die Kundalini eine mütterliche und beschützende Energie ist.

Die Lehre über die Kundalini war lange Zeit ein geheimes Wissen und es wurde nur von einem Meister an seine Schüler weitergegeben. In der Bhagavad Gita wird die Kundalni kurz erwähnt, die Upanishaden gehen teilweise auf sie ein, Markandeya spricht erstmals mehr über diese Kraft. Der Weise Jnanadeva (1273-1296) spricht erstmals ausführlich über die Kundalini:

“In der Form einer Schlange ruhst du in dreieinhalb Windungen in der Höhlung der Kulakunda (Kreuzbein).”

Vom Kreuzbein steigt die Kundalini durch den mittleren Energiekanal (Sushumna Nadi) auf. Der medizinische Terminus für das Kreuzbein ist “os sacrum”, was heiliger Knochen auf Deutsch bedeutet. Der besondere Status des Kreuzbeins war daher auch im Westen bekannt.

“Die Vorstellung, dass das -os sacrum- der letzte Knochen des Körpers ist, der nach dem Tod zerfällt, und deshalb für die Wiederauferstehung notwendig ist, könnte es als heilig qualifizieren. Der erste biblische Hinweis, dass ein einzelner Knochen für die Wiederauferstehung gebraucht werden könnte, ist unter den Psalmen, 34:21, zu finden: Der Herr bewahrt alle ihre Gebeine, eines davon wird nicht zerbrochen werden; diese Vorstellung ist in irgendeiner Form in allen Religionen präsent.” (Artikel aus dem Journal of the American Medical Association)

Shri Mataji Nirmala Devi, die größte Heilige der Gegenwart, beschreibt die Kundalini als die Energie des göttlichen Wunsches, welche in jedem Lebewesen angelegt ist, um wieder eins mit Gott zu werden.

Diese Energie wirkt seit dem Beginn der Schöpfung und ist auch für die Evolution verantwortlich. In unserer westlichen Tradition kann man sie am besten als die Energie des Heiligen Geistes beschreiben und in der hebräischen Überlieferung heißt sie Ruach.

Wenn ein Mensch in seinem inneren System vollkommen rein ist, dann erlangt er beim Erwachen der Kundalini die vollkommene Erleuchtung, welche zum Beispiel bei Shri Buddha eintrat. Wird diese Kraft bei “unvollendeten” Menschen erweckt, so beginnt diese Kraft auf allen sieben Energiezentren zu arbeiten, um sie zu korrigieren und zu heilen. Die vollkommene Befreiung ist das Verschmelzen der Seele, des Atma (Shiva), mit der Kundalini (Shakti), sodass das Atma, das Selbst in uns bewusst wird.

Richtigstellung

Falsche Übersetztungen und Interpretationen von alten Texten und moderner falscher Glaube, dass man eine Kundalini-Erfahrung gemacht hat,  widersprechen sich oft und schildern meist bedenkliche oder sogar gefährliche Vorgänge. Die Texte aus Indien wurden meist in Sanskrit oder Marathi geschrieben, welche sehr bildhaft und poetisch sind und fast alle Wörter haben verschiedene Bedeutungen, welche im Zusammenhang erst erkennbar sind.

So sind die gänglichen Übersetzungen über die Kundalini zur Gänze falsch. Es gibt keinerlei negative Auswirkungen der Kundalni, sie hat keine Nebenwirkungen und sie ist absolut nicht gefährlich. Ganz im Gegenteil, sie wirkt absolut sanft und beruhigend. 

Folgende Punkte dienen für die wichtigsten Richtigstellungen:

  • Die Kundalini ist völlig ungefährlich
  • Beim Erwachen der Kundalini entsteht keine Hitze, Hitze und Wärme zeigen Blockaden an den Energiezentren an
  • Die Aktivierung der Kundalini ist ein Vorgang jenseits des menschlichen Willens und Handelns, es ist ein absolut natürliches Ereignis
  • Die Kundalini gibt die zweite Geburt, jede Zelle wird von der Kundalini durchdrungen und gereinigt
  • Es entsteht eine kühle Brise, welche am besten über den offenen Handinnenflächen und über dem Scheitel gespürt werden kann 

Die Kundalini gibt die sanfte Selbstverwirklichung

“Wenn die Kundalini das Selbst erweckt hat, erleuchtet das Selbst das Bewusstsein.”

-von Shri Mataji Nirmala Devi-

Die Kundalini reinigt nach und nach das innere System und man merkt wie das Bewusstsein klar wird. Es beginnt ein fortwährender innerer Wachstumsprozess. Dadurch, dass das Bewusstsein geklärt wird, bekommt man auch eine pure Aufmerksamkeit und der Mensch entwickelt den Sinn für wahre Schönheit und Natürlichkeit. Durch die tägliche Innenschau und Beobachtung von sich selbst, bekommt man ein höheres Bewusstsein, da man sich seinem Selbst bewusst wird.

Das gedankenfreie Bewusstsein

Sobald die Kundalini das Agnya-Chakra auf der Stirn durchdringt, stellt sich Nirvichara-Samadhi ein, gedankenfreies Bewusstsein. Erst damit kann man von einer gewissen Erfahrung sprechen, die ein tieferes Verständnis mit sich bringt. Nirvichara-Samadhi ist wie alle Bewegungen der Kundalini spontan. Durch Willenskraft kann Samadhi nicht erzielt werden. Daher ist auch die Vorstellung, durch Konzentrations-Anstrengungen echten spirituellen Fortschritt zu erlangen, leider nur ein gedankliches Konzept.

Die Einfachheit der Meditation.

Das größte Hindernis
eine tiefe Meditation zu erreichen
liegt zumeist daran, dass man glaubt,
Meditation ist Handeln.

Meditation  ist aber  nicht  Handeln,

denn die wahren Dinge geschehen von selbst.
Der Atem kommt und geht von selbst,
von selbst fließen die Flüsse,
von selbst dreht sich die Erde,
die Blumen wachsen von selbst
und von selbst wächst auch der Baum.
von selbst sieht dein Auge,
 von selbst hört dein Ohr,
von selbst schlägt das Herz
und von selbst entsteht die Stille.

 

 

 

-von Werner Steindl-

 

 

 

 

Das kollektive Bewusstsein 

Man fühlt nicht nur seine eigenen Energiezentren, sondern auch die der Mitmenschen. Werner Steindl schreibt dazu: “Was für ein großer Schritt für die Welt, denn aus vielen Einzelwesen werden zum ersten Mal in der ganzen Menschheitsgeschichte so viele echte kollektive Wesen.

 Kein Rassismus mehr, kein Hochmut gegenüber anderen, keine Ausbeutung mehr, keine Feindschaft und Kriege, keine Diskriminierung, kein Religionswahn, kein Fanatismus und großes Verstehen und hohes Begreifen. 

 Selbst wenn solch ein Yogi ganz alleine etwas macht, sind all seine Handlungen automatisch kollektiv, es geht gar nicht anders.” 

 

Der Urwunsch in uns 

Der archetypische Wunsch, mit dem Ursprung der Schöpfung eins zu werden, bewirkt mit dieser Heilung der Chakras eine erste Annäherung an das Ziel. Die Deutung der Kundalini als Urwunsch deckt sich mit der klassischen Darstellung der Shri Adi Shakti, die im Schöpfungsakt zuerst den Wunsch (Iccha-Shakti), dann erst die Tat (Saraswati) verkörpert. Die letzte, vollkommene Befreiung ist das Verschmelzen der Seele, des Atma (Shiva), mit der Kundalini (Shakti), sodass das Atma in uns bewusst wird. Das heisst, die Wahrheit, das allesdurchdringende Bewusstsein und die reine Freude werden Wirklichkeit in uns. Das Sahasrara-Chakra über der Fonta­nelle an der Schädeldecke öffnet sich. Unser Ego und unsere Bindungen werden von einer Flut göttlichen Nektars, vom Wasser des Lebens, das aus dem Sahasrara strömt, weggespült. Diese Vorgänge werden in alten Schriften häufig sehr poetisch beschrieben.

 

2 Kommentare »

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  1. [...] ist Kundalini? Weitere Informationen zur Kundalini und ihrer Geschichte kann man hier finden: Geschichte und Erklärung Kundalini – Die große Mutter Die Kundalini wird als beschützende Energie bezeichnet, sanft und ohne Nebenwirkungen. Liebe [...]

  2. Hallo,
    bei mir ist durch die gezielte reinigung in meditation, zwecks entspannung diese energie aufgetaucht, sie ist noch in dem zustand dass sich entweder mein steißbein verhertet oder ich lasse fließen.
    Mir wird allerdings sehr warm bei der sache, und mir fällt auf(ich bin ein sehr schreckhafter Mensch) dass bei schreck oder weniger aber bei agressivität in meinem umfeld genau dieser punkt entweder aktiv wird oder wenn er aktiv ist stärker wird und die situation nur als witz siegt.
    Ich merk auch dass wenn diese ebergie stärker wird ich die kontrolle darüber verliere.
    Und es steigt sehr stark wollust in mir auf, ist aber auch auf nicht sexuelle dinge übertrag bar.
    Es ist mir aber sehr unangenehm da wenn ich mit dieser energie handel keine verantwortung übernehmen kann für das was geschieht, gleichzeitig habe ich das gefühl wie benebelt zu sein.
    Und mir wierd wie gesagt warm dabei.
    Ich habe schon des öfteren gehört dass ich die energie einfach fließen lassen soll, und wenn die kundalinie mich automatisch reinigt ist das ja ok, was ich an manchen punkten auch schon gespürrt habe.
    Aber ich hab das gefühl verantwortungslos zu handeln und iohne mitgefühl, was ich sonst immer getahn habe.
    Ausserdem nehme ich die sachen kaum wirklich ernst so scheint mir.

    Würd mich über eine Antwort freuen (hab mich ein bisschen unglücklich ausgedrückt hätte ich kürzer machen können)


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